Africhill November 2013

„Wenn ich begann an all die Vorbereitungen zu denken, das Geld, die Zeit und alles andere, zwang ich mich sofort wieder, mir diesen Gedanken zu verbieten. Die Enttäuschung die sich dabei eingestellt hätte wollte ich mir ersparen.“

Wachmann vor dem Haus in dem wir wohnten

wiesmuellerEs war Freitag der 2. August. In zwei Stunden würde die Sonne untergehen. Und hier am Äquator tut sie dies rasch. Übermorgen würden wir wieder heimfliegen, von Lagos nach Wien.
Als ich dies dachte, saß ich auf den Stufen des Schulgebäudes der Margleopold Schule. Rings um mich waren entweder vier Meter hohe Mauern oder fünfzehn Meter hohe Palmen, Ikroke oder Stinkfruchtbäume. Ich kannte die Schule inzwischen recht gut, kannte die Schüler den Chauffeur, den Wachebeamten und alle anderen, die ich hier immer wieder traf.

Am besten jedoch kannte ich die Situation in der ich mich nun bereits seit drei Wochen und fünf Tagen befand:
Ich wartete auf das Feuerwehrauto mit der Fotovoltaik Anlage und allem weswegen ich vor dreieinhalb Wochen hierher gekommen bin.

Dabei hatte bis dahin alles gut funktioniert. Der Anfang des Projektes lag nun bereits ein Jahr zurück:
Eine PV-Anlage wollte ich in Nigeria installieren. Der Verbindungsmann dazu ist ein Afrikaner und heute Pfarrer von Pottenbrunn, Dr. Sabinus Iweadhigi

Die PV Anlage wurde von den Schülern der LFS Tulln in ihrer Schul in Tulln aufgebaut. Von Schülern, die sich üblicherweise mehr für die PS (kW) und den große Reifen der Traktoren interessieren als für ein Sozialprojekt in Nigeria.
In den Praxiseinheiten Landtechnik , Holzbearbeitung und Erneuerbare Energie wurde der Probebetrieb vorbereitet und das angekaufte Feuerwehrauto für den Transport adaptiert.
Diese Schüler kamen damit Entwicklungshilfe nicht nur in Kontakt, sondern arbeiten in diesem Projekt, daran aktiv mit.
Somit ist es auch ein Sozialprojekt für unsere Schüler.

Die PV Anlage wurde bereits von den Schülern der LFS Tulln in ihrer Schul in Tulln aufgebaut. Von Schülern, die sich üblicherweise mehr für die PS und den große Reifen der Traktoren interessieren als für ein Sozialprojekt in Nigeria.
Im praktischen Unterricht Erneuerbare Energie, Landtechnik und Holzbearbeitung wurden die Vorbereitungen für den Probebetrieb getroffen. Auch ein für den Transport der Anlage angekauftes Feuerwehrauto wurde im Zuge der Praxis adaptiert.
Diese Schüler kamen mit Entwicklungshilfe nicht nur in Kontakt, sondern arbeiteten in diesem Projekt, daran aktiv mit.

Somit ist es auch ein Sozialprojekt für unsere Schüler.

Und heute war Freitag hier in Nigeria und die Sonne war nahe dem Untergang und ich auch.
Immer wieder hieß es den ganzen Tag über in einer Stunde, in einer Stunde…
Zuerst fiel das Licht des LKWs aus und sie konnten nicht mehr nach Benin fahren. Dann ein Unfall: LKW gegen SUV mit eingeklemmten Kind. Dann die Straßen, der Stau und die immer wieder kehrenden polizeilichen Kontrollen. Auch die waren nachvollziehbar bei einem so auffälligem Auto ohne behördlicher Zulassung.
Schüsse fielen – unsere Security kündigte schon Tage vorher an, dass er das Auto mit Salutschüssen begrüßen würde. Sollte es wirklich da sein?
Obwohl es diesmal keine Salutschüsse waren, fuhr das ehemalige Feuerwehrauto der Freiwilligen Feuerwehr Lehen, am 5.August um 18:15 durch das Schultor der MAGLEOPOLD Schule. Der Namen der Schule lehnt sich übrigens an den niederösterreichischen Landespatron an.

In zwei Stunden war alles ausgepackt und sortiert. Nächsten Tag waren wir bereits bei Morgendämmerung am Schulgelände um mit der Modulmontage zu beginnen.

 

dachverteiler

Anschließen des Dachverteilers mit der einzigen vorhandenen Lichtquelle und Stirnlampe

Um 19:15 war das letzte Paneel mit der Stirnlampe montiert. Dann begannen wir den ersten Wechselrichter anzuschließen und arbeiteten bis sonntags ein Uhr Früh durch.

Letzter Tag, Sonntag. Arbeitsbeginn um sechs Uhr. Um vierzehn Uhr sollten wir zum Flughafen abfahren.

Als ich an diesem Tag um 12:30 die Anlage in Betrieb nehmen wollte, kam plötzlich eine Fehlermeldung. Ich hatte alles wie in Tulln aufgebaut und trotzdem startete der Wechselrichter nicht.
Unvermittelt wurde mir klar, dass all die Mühe und Hoffnung, nicht nur meine eigene, sondern im Speziellen, jene der vielen großartigen Unterstützer, im letzten Moment noch enttäuschen werden könnte.
Nicht zuletzt wurden von den € 55.000.- Gesamtkosten, €25.000.- von Firmen in Form von Gerätschaften gespendet. Weiters haben wir über eine Internetplattform einen Wechselrichter finanziert. Im Übrigen gibt es auch derzeit unter http://www.respekt.net/de/projekte-unterstuetzen/details/projekt/613/ einen aktuelle Spendenmöglichkeit auf dieser Plattform , zumal noch mehr als 10.000.- offener Rechnungen zu begleichen sind. €11.000.- wurde von privaten Geldgebern aufgebracht. Alleine unsere Schule hat sich mit beinahe €3.000.- an den Projektkosten beteiligt.
In Nigeria blieben noch genau eineinhalb Stunden um den Grund für das Nichtfunktionieren des Wechselrichters zu finden und zu beheben. Ich wurde ungemütlich.
Eine Stunde später war alles erledigt der Fehler behoben und die Anlage erzeugte Strom, welchen die Akkus nach der 6000 km langen Reise, scheinbar gierig aufnahmen.

Alles konnten wir nicht mehr umsetzen, im Besondern fehlte uns die Zeit die Datenübertragung nach Tulln einzurichten. Es war vorgesehen, dass wir die Anlage aus der Ferne überwachen, um etwaige Probleme jederzeit erkennen und lösen zu können. Da dies einen wichtiger Punkt unseres Vorhabens darstellt, wurde eine zweite Nigeriareise notwendig.
Am 21. Oktober 2013 war es dann wieder so weit. Gemeinsam mit Dr. Sabinus flog ich abermals in den Westen Afrikas. Diesmal lief alles wie am Schnürchen.
Und jetzt wo ich wieder zurück bin und unterrichte, kann jede Schülerin und jeder Schüler, das Ergebnis ihrer vielen Arbeitsstunden via Internet am Bildschirm betrachten.

sunnyportal

www.sunnyportal.com
Benutzername: africhill2@gmx.at
Passwort: lfstulln

Was jedoch noch viel wichtiger ist, die Oberstufen- Schüler des MAGLEOPOLD-Gymnasiums können heute, dank dieses Projektes, das Arbeiten an dem Computer erlernen .
Abschließend möchte ich mich bei Allen die bei diesem Projekt mitgearbeitet haben für Ihre großartige Unterstützung bedanken, ohne der, dieses Projekt nie umgesetzt werden hätte können.

Ende gut, alles gut.

Walter Wiesmüller
LFS Tulln